Bericht zu den Protesten gegen Dügida am 13.04.15

Zum 13. Mal hatte Dügida zu einem „Spaziergang“ durch die Düsseldorfer Innenstadt aufgerufen. Selbstverständlich nahmen wir das – wie jeden Montag – zum Anlass, uns an den Gegenprotesten zu beteiligen. Gemeinsam mit einer großen Mobilisierung von „Köln gegen rechts – Antifaschistisches Aktionsbündnis“ reisten wir zu den Aktionen.

In Düsseldorf angekommen versuchten wir mit einer größeren Gruppe Antifaschist*innen die Einschränkung des öffentlichen Raumes durch die Staatsgewalt zu überwinden, um somit den Aufmarsch der Neonazis durch Aktionen des zivilen Ungehorsams zu verhindern. Leider wurden wir durch Intervenieren der Polizei mit Einsatz von Reizgas, Schlagstöcken und körperlicher Gewalt davon abgehalten. Dadurch gezwungen entschieden sich viele Antifaschist*innen, sich etwas zurückzuziehen, was kurze Zeit später durch die Polizei mit Freiheitsentzug in Form von Kesseln gestoppt wurde. Einem großen Teil gelang es jedoch, den Repressionen zu entkommen. In den Kesseln kam es derweil zu Schubsereien, Tritten und Schlägen (auch auf am Boden liegende Menschen) durch Polizeibeamt*innen. Die Kessel wurden kurze Zeit später zusammengeführt. Es wurden die Personalien der Compas* aufgenommen und erkennungsdienstliche Bildaufnahmen gemacht. Des Weiteren wurden unsere Compas* durchsucht – wobei einige von uns ebenfalls extreme Repressalien erleben mussten und erhielten Anzeigen wegen Landfriedensbruchs und Platzverweise. Viele der Aktivist*innen waren durch die Repression verunsichert, weshalb sie sich an verschiedene Orte außerhalb der von der Polizei benannten, großräumigen „Sperrzone“ zurückzogen.

Diejenigen, die sich erfolgreich der überzogenen Gewalt durch die „Ordnungshüter*innen“ entziehen konnten, demonstrierten währenddessen am Stresemannplatz und an der Strecke des Dügida-Aufmarsches weiter für Religionsfreiheit, Toleranz und Menschenrechte und gegen Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Nationalismus. In Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt vor dem AZ Wuppertal, entrollten wir unser Transparent mit dem Schriftzug „Getroffen wurde eine*r – gemeint sind wir alle. Solidarität nach Wuppertal“. Zur gleichen Zeit wurde unter Beifall der Rechtsextremist*innen eine Blockade an der Friedrich-Ebert-Straße aufgelöst. Als die Neonazis am Stresemannplatz vorbei zogen, schallte ihnen lautstarker Protest von der vom Türkei Zentrum angemeldeten Kundgebung entgegen. Auch an der Scheurenstraße und später auf dem Bahnhofsvorplatz skandierten die Demonstrant*innen Parolen gegen Faschismus. Ein Teilnehmer des Dügida-Aufmarsches verhöhnte den lebensgefährlich verletzten Genossen als Reaktion auf unser Transparent.

Wir ziehen folgendes Fazit: Der Staat delegitimiert antifaschistische Aktionen durch unangemessene Gewalt und Repressionen. Jedoch freuen wir uns über gelungene Blockadeaktionen und darüber, dass die Anzahl der Gegendemonstrant*innen die von Dügida seit Anfang an um ein Vielfaches übersteigt. Wie jede Woche hofften wir, dass der Spuk dieses Mal ein Ende findet, aber der 20. April erscheint uns als geeignetes historisches Datum um dies ein für alle Mal durchzusetzen.

Unsere Solidarität geht raus an alle Betroffenen von staatlicher Gewalt und Repressionen.

Aber vor allem gehen unsere Genesungswünsche nach Wuppertal!

Für die Freiheit!

Bericht: Anarchopazifistische Jugend Köln und Antifaschistische Revolte Köln

Bilder der Polizeigewalt:
Polizeigewalt

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